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Kavala

Die Stadt Kavala befindet sich im Nordosten Griechenlands etwa 160 Km östlich von Thessaloniki entfernt. Die Straße Thessaloniki-Istanbul (Via Egnatia) durchquert sie. Sie ist die zweitgrößte Stadt Nordgriechenlands. Kavala ist wunderschön und malerisch wie ein Amphitheater an den Hängen des Berges "Symbolon" gelegen.

Es bietet die Ruhe und Sorglosigkeit eines kleinen provinziellen Badeortes, um die es viele traditionelle Touristenorte beneiden können. Es ist aber auch eine moderne Handelsstadt, die viele Zeugen ihrer Vergangenheit in die Gegenwart hat herüber retten können. So findet man neben den großen Plätzen mit den sachlich-kühlen Hochhäusern in den engen Pflastergäßchen immer noch alte Häuser im traditionellen Stil, mit Holzveranda und dem Blumengarten davor.

Für den Fremdenverkehr ist die Stadt mit modernen Anlagen, Vergnügungsviertel und Tavernen bestens gerüstet. Besonders malerisch ist der Hafen mit seinen vielen Fischerbooten und das byzantinische Kastell (16. Jh.), das die Stadt überragt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Stadtmauer, die Marienkirche (15. Jh.) und die "Kamares" (Aquädukt aus dem 16. Jh.).


Geschichte

Kavala taucht erst im 7.Jahrhundert v.Chr. in der Geschichte auf unter der Bezeichnung "Neapolis" als Kolonie der Thassier und später als Mitglied des Athener Bundes. Irgendwann muss die Stadt unabhängig geworden sein, denn sie prägte Münzen mit dem Kopf einer Gorgo(Seejungfrau). In der Zeit unter Phillipos II, dem Makedonier, erreichte sie einen Höhepunkt als Hafen der großen und bedeutenden Stadt Phillipi.

Neapolis ist die Stelle des europäischen Festlandes, an der Apostel Paulus mit der Missionierung Europas begann. Im 8.Jahrh. n. Chr. verschwindet der Name Neapolis, die Stadt heißt nun "Christoupolis". Christoupolis spielte eine wichtige Rolle zur Zeit der Kreuzzüge. Im Jahre 1391 fiel sie in die Hände der Türken und wurde völlig zerstört. Erst 140 Jahre später taucht sie wieder unter dem Namen "Kavala" auf. Diesen Namen hat die Stadt bis heute behalten.

Die Altstadt, die heute "Panagia" heißt, steht unter Denkmalschutz und behält somit ihren traditionellen Charakter. Sie liegt auf der Halbinsel zwischen dem Hafen, der Kountouriotou-Straße und der alten, malerischen Schiffswerft. Die Stadtmauern, die zum größten Teil heute noch erhalten sind, stammen aus dem 5.Jahrh.v.Chr. Byzantiner, Venezianer und Türken haben diese Mauern verstärkt, zuletzt 1425. Es gab mindestens zwei Stadttore. Eines davon befindet sich gut erhalten am Ende der Lambrou Katsoni-Straße.

Sowohl in der Stadt als auch in der näheren Umgebung Kavalas, gibt es die schönsten Meeresstrände Griechenlands. Viele Kilometer weit zieht sich der goldene Sandstrand von Kavala nach Osten bis Keramoti und noch weiter, nach Westen bis zum Fluss Strimonas. In der Stadt gibt es die Strände Rapsani, Kalamitsa, Perigiali . In näherer Umgebung Toska- Beach, Batis, Palio Tsifliki, Ammolofoi .


Nahe Ausflugsziele

Philippi

An der Straße von Kavala zur Stadt Drama, etwa 15 Km vom Kavala entfernt, liegt die antike Stätte von Philippi. Philippi muss man besucht haben, denn ist nicht nur historisch, sondern auch archäologisch sehr interessant. Die Stadt Philippi wurde zwischen 370 und 360 v.Chr. erbaut. Zuerst hieß sie Krinides, weil es viele Lilien(Krina) in der Umgebung gab. Philipp der II, der Makedonier, gründete hier die Münzprägewerkstatt, die die bekannten Münzen "Philippien" prägte. Eines der vielen Bauwerke, ist das bis heute erhaltene, wunderschöne Theater.

Im Jahre 42 n.Chr. fand hier eine Doppelschlacht statt: einerseits die Schlacht der Makedonier mit den römischen Heerführern Antonius und Octavian und anderseits mit den Mördern Julius Cäsars, Cassius und Brutus, die von Antonius besiegt wurden und Selbstmord begingen. Der Apostel Paulus und seine Jünger kamen 49 n. Chr. nach Philippi und lehrten die christliche Religion. Der Apostel Paulus taufte hier die erste Christin Europas, die Lydia hieß, und später von der orthodoxen Kirche heilig gesprochen wurde. Außer dem Theater, sind in Philippi das guterhaltene Forum (Marktplatz), das eine Größe von 50x100 m hat , das Gefängnis des Apostel Paulus, Kirchenruinen aus dem 6. n.Chr. Jahrhundert und andere wichtige antike Funde zu sehen. Theater werden im Sommer wieder antike Dramen aufgeführt.

Am römischen Forum ragen Pfeiler und Wände einer frühchristlichen Basilika aus dem 6. Jh. in die Höhe. Gut erhalten ist auch das antike Pflaster der Via Egnatía, die von Konstantinopel nach Thessaloníki führte. Im Ausgrabungsmuseum sind Kleinfunde aus dem Neolithikum und der Bronzezeit ausgestellt. Ausgrabungen und Museum Di-So 8-19 (Winter 17) Uhr, Eintritt 2,35 €. Sehr lohnenswert ist der kurze Abstecher zu den 3 km entfernten Heilschlammbädern von Lydia-Laspóloutra (tgl. 6-21 Uhr, Bad 1,50 €), die 1995 modernisiert wurden. Hier zelten sehr viele Griechen, die im warmen Schlamm eines Bachbetts Linderung verschiedener Beschwerden suchen. 15 km


Drama

Das in einer weiten Ebene gelegene Dráma (36 000 Einw.) besitzt nicht viele Sehenswürdigkeiten, wird von den Einheimischen aber wegen seines vielen Grüns und seines Wasserreichtums geschätzt. Gut essen kann man im Restaurant To Nisaki (Kategorie 2) mitten im Grünen und doch nur 200 m von der zentralen Platía Eleftherías entfernt. Das Hotel Marianna mit aussichtsreichem Dachgarten liegt zentral und relativ ruhig. 51 Zimmern, Odos Vorazani 3, nahe der Platía, Tel. (25 210) 315 20, Fax 342 30, Kategorie 3.


Nestos Tal

Ein Naturerlebnis ist die tunnelreiche Bahnfahrt durch die wilde, straßenlose Nestos-Schlucht nach Stavroúpolis. Bester Ausgangspunkt dafür ist Xanthí. Die Rückfahrt kann per Zug oder auf ebenfalls schöner Strecke per Bus durchs Gebirge erfolgen. Fahrtdauer des Zuges ca. 40 Minuten. Kanu-Touren durch die Schlucht bietet das Reisebüro Forestland. Odós Karaóli 16, Xanthí, Tel./Fax (25 410) 624 88.


Nestos Delta

Das 550 qkm große Néstos-Delta ist eins der großen Naturparadiese Griechenlands. Außer dem 30 km langen Unterlauf des Flusses von Parádissos bis zur Mündung zählt man auch den etwa 50 km langen Küstenstreifen von Néa Karváli bis Avdira mit seinen Dünen, Lagunen und Salzmarschen dazu. Besonders reizvoll ist die etwa 1 km breite Flusslandschaft zwischen den Hochwasserdämmen zu beiden Seiten des Flusses mit ihren sich ständig verändernden Sandbänken und Inselchen, Altarmen und Auwäldern. Neben zahllosen Vogelarten, zu denen Seidenreiher und Schreiadler gehören, sind hier auch viele seltene Tiere wie Schakale und Fischotter zu Hause.

Ein idealer Beobachtungsort ist das Nestos - Café am Westufer des Flusses auf der Höhe von Chrissoúpolis. Bevor man dorthin fährt oder in andere Bereiche des Deltas eindringt, sollte man jedoch unbedingt das Naturschutzzentrum mit angeschlossenem Museum (Etairía Prostasías tis Phísis ke Oikoanaptíxis) an der Ausfallstraße von Chrissoúpolis nach Kavála besuchen. Hier erhält man Ratschläge für Touren auf eigene Faust und erfährt auch, wann naturkundliche Führungen stattfinden Tel. (25 910) 231 44, Mo - Sa 9 - 15, So 10 bis 16 Uhr. Übernachten kann man im familiären, gut gepflegten Hotel Irini in Chrissoúpolis. 26 Zimmer, Odos Venizélu 13, Tel. (25 91) 221 63, Kategorie 3) oder strandnah in der Pension Akrópolis in Keramotí Tel. (25 910) 510 00, Kategorie 3. Chrissoúpolis 31 km


Anreise

Der Flughafen Kavala "Megas Alexandros" wird u.a. von Aegean Airlines, Air Berlin und Olympic Airways von vielen Städten Deutschlands aus (z.B. Stuttgart, Frankfurt u.v.a) angeflogen. Er liegt ca. 20 Kilometer weiter östlich in der Nähe von Keramoti und ist per Taxi - und Linienbustransfer erreichbar. Sollte sich eher ein Flug nach Thessaloniki anbieten, ist das auch keine Hürde: Mehrmals täglich pendeln Linienbusse zwischen Kavala und der westlicher gelegenen Großstadt. Über den Gabelflug Frankfurt-Athen-Kavala ist auch eine bequeme Anreise möglich. Recht zeitaufwendig, aber durchaus lohnend ist die Anreise mit dem eigenen PKW. Hier bietet sich eine Fahrt nach Venedig, Ancona oder Bari (Italien) an, von wo aus Fährverbindungen nach Igoumenitsa, Patras bestehen (z.B. mit Anek Lines, BlueStar Ferries, Superfast oder Minoan Lines). Von dort aus durchquert man fast das gesamte Festland im Norden Griechenlands - bleibende Eindrücke und Erinnerungen sind garantiert! Kavala hat alles in allem gute Verkehrsanbindungen: Die nahegelegene Insel Thassos wird mehrmals täglich mit der Fähre (nach Prinos) und dem Tragflächenboot "Delphin" (nach Thassos-Stadt) angefahren. Des weiteren bestehen Fährverbindungen zu diversen weiteren Inseln der Ägäis (Samos, Rhodos,... - zumeist wöchentlich). Vom zentral gelegenen Busbahnhof aus kommt man per Linienbus beinahe überall hin und selbstverständlich findet man auch dort problemlos ein Taxi.




aktualisiert am 09.09.2009 www.schuppner.de
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